WAS WOLLEN WIR

FÜREINANDER SEIN?

Erwartungen in Beziehungen klar kommunizieren mithilfe des Relationship Anarchy Smorgasbord Unerfüllte Erwartungen und Wünsche sind oft Auslöser für Spannungen und Streits in nahen Beziehungen. Und oft dauert es lange, bis alle Beteiligten verstehen, worum es eigentlich geht. Nehmen wir mal an, wir würden alle ziemlich genau wissen, was wir uns in Beziehungen wünschen und wir könnten das sogar artikulieren. Das wäre schon anspruchsvoll genug. Denn wie sollen wir nachher damit umgehen, wenn wir unsere Bedürfnisse aussprechen, unsere Freund:innen, Partner:innen, Geschwister etc. uns diese aber nicht erfüllen können oder wollen? Schwirig. So wäre aber zumindest klar, um was es geht. Bspw: Ich möchte gerne mit dir einmal im Jahr in den Urlaub fahren, wenigstens 2 Wochen am Stück. Du aber hast gemerkt, dass dir ab und zu ein Wochenendtrip mit mir ausreicht. Hier liegt es klar und deutlich auf dem Tisch: Zwei verschiedene Wünsche, Ideen, Bedrüfnisse und die Frage wie kriegt mensch das jetzt gut zusammen. Wir wachsen mit festen Beziehungsbildern auf So „leicht“ ist es aber leider oft nicht. Einerseits, weil uns der bewusste Zugang zu unseren Bedürfnissen und Wünschen oft versperrt ist und wir uns Zeit nehmen müssten um genau zu überlegen, was wir wollen und brauchen. Andererseits lernen wir von klein auf, dass bestimmte Dinge in bestimmte Beziehungen gehören, andere nicht. Das heißt, wir wachsen mit einem subtilen Wissen darüber auf, was wir in bestimmten Beziehungen erwarten können, einfach weil es in der Natur der Beziehungsart liegt, nicht weil wir das je verhandelt hätten. Wir lernen also besispielsweise, dass wir in Freundschaften miteinander rumhängen, über das Leben reden, uns stützen, keinen Sex haben. Wir lernen auch: In Paarbeziehungen sind wir füreinander da, planen ein gemeinsames Leben, haben wohl Kinder und wohnen zusammen. Nun hat sich in den letzten Jahren einiges getan und das Bild wie Liebesbeziehungen und Familien aussehen sollten, hat sich zum Glück ein wenig aufgelockert und diversifiziert. Dennoch sind wir geprägt von der Differenzierung verschiedener Beziehungen, was dazu führt, dass wir -oft unbewusst und unbesprochen- bestimmte Erwartungen in bestimmte Beziehungen legen. Werden diese nicht erfüllt, sind wir enttäuscht, sauer, resigniert, trennen uns vielleicht. Manchmal haben wir vorher aber nie klar darüber gesprochen, ob diese Erwartungen eigentlich auch bei unserer Beziehungsperson resonieren. Bleiben wir bei Partnerschaften, da es sich hier ob der Nähe der Beziehung besonders gern verstrickt: Wir gehen sie immer wieder ein und besprechen meist nicht, was das jetzt eigentlich für uns heißt. Irgendwie setzen wir Dinge voraus, und manche funktionieren, manche aber nicht, weil wir ggf. unterschiedliche Bilder davon haben, was es heißt eine so nahe Beziehungen zu führen.
Kathrin Dommel Privatpraxis für Beratung und Psychotherapie (nach Heilpraktikergesetz)
Kontakt beratung-therapie-potsdam.de info@beratung-therapie-potsdam.de
Termine nach vorheriger Vereinbarung
Reden und streiten über unsere individuellen Bedürfnisse Hierfür liefert das Modell der Beziehungsanarchie (RA : Relationship Anarchie) ein sehr praktisches Hilfsmittel um die Kommunikation über Erwartungen in Beziehungen zu verbessern. Die RA will die automatische Hierarchisierung verschiedener Beziehungen auflösen und die Bedürfnisse, welche die involvierten Menschen an diese spezielle Beziehung haben, in den Fokus rücken. Das heißt, vorgefertigte Rollen und Muster, Regeln und Grenzen, die entstehen, weil die Beziehung das Label Freund:in, Partneri:in, Schwester o.ä. trägt, sollen beiseite gelegt und die Beziehung individuell gestaltet werden. Das klingt erst einmal ungewöhnlich und auch umständlich. Und ja, das ist es zu Beginn auch: Normative Beziehungskonstrukte abzulegen, haben wir genauso wenig gelernt wie verantwortungsvoll und achtsam mit unseren Bedürfnissen umzugehen. Aber, so die Idee, am Ende kann dies zu mehr Ehrlichkeit und dadurch auch zu mehr Nähe führen. Auf jeden Fall führt es zu mehr Klarheit, denn die Dinge werden bestenfalls alle auf den Tisch gepackt und dann kann gemeinsam darüber gesprochen werden. Es wird gerne das Bild eines gemeinsamen Tellers genutzt, den man am „Beziehungsbuffet“ belegen kann, also definieren kann, was genau die involvierten Personen von und in der gemeinsamen Beziehung teilen wollen: Wollen wir regelmäßig und verbindlich Zeit miteinander verbringen? Wie oft? Wollen wir Alltag teilen? Wollen wir unsere Eltern kennen lernen? Wollen wir füreinander da sein? Wenn ja, was heißt das: emotional, finanziell etc. Wollen wir gemeinsam für etwas Sorge tragen? Wollen wie uns körperlich nah sein? Wenn ja wie? Wichtig ist hierbei: Nichts heimlich auf den Teller packen! Das Relationship Anarchy Smorgasbord Das Relationship Anarchy Smorgasbord (Smögasbord = schwedisch: Buffet) ist ein Werkzeug, welches hilft genau über diese Fragen ins Gespräch zu kommen, indem es verschiedene Beziehungsebenen und Lebensbereiche notiert, welche gemeinsam durchgearbeitet werden können. Es gibt verschiedene Ausführungen, hier eine sehr detaillierte von verschiedenen Personen und Gruppen überarbeitete Ausführung.
ÜBER MICH

WAS WOLLEN WIR

FÜREINANDER SEIN?

Erwartungen in Beziehungen klar kommunizieren mithilfe des Relationship Anarchy Smorgasbord Unerfüllte Erwartungen und Wünsche sind oft Auslöser für Spannungen und Streits in nahen Beziehungen. Und oft dauert es lange, bis alle Beteiligten verstehen, worum es eigentlich geht. Nehmen wir mal an, wir würden alle ziemlich genau wissen, was wir uns in Beziehungen wünschen und wir könnten das sogar artikulieren. Das wäre schon anspruchsvoll genug. Denn wie sollen wir nachher damit umgehen, wenn wir unsere Bedürfnisse aussprechen, unsere Freund:innen, Partner:innen, Geschwister etc. uns diese aber nicht erfüllen können oder wollen? Schwirig. So wäre aber zumindest klar, um was es geht. Bspw: Ich möchte gerne mit dir einmal im Jahr in den Urlaub fahren, wenigstens 2 Wochen am Stück. Du aber hast gemerkt, dass dir ab und zu ein Wochenendtrip mit mir ausreicht. Hier liegt es klar und deutlich auf dem Tisch: Zwei verschiedene Wünsche, Ideen, Bedrüfnisse und die Frage wie kriegt mensch das jetzt gut zusammen. Wir wachsen mit festen Beziehungsbildern auf So „leicht“ ist es aber leider oft nicht. Einerseits, weil uns der bewusste Zugang zu unseren Bedürfnissen und Wünschen oft versperrt ist und wir uns Zeit nehmen müssten um genau zu überlegen, was wir wollen und brauchen. Andererseits lernen wir von klein auf, dass bestimmte Dinge in bestimmte Beziehungen gehören, andere nicht. Das heißt, wir wachsen mit einem subtilen Wissen darüber auf, was wir in bestimmten Beziehungen erwarten können, einfach weil es in der Natur der Beziehungsart liegt, nicht weil wir das je verhandelt hätten. Wir lernen also besispielsweise, dass wir in Freundschaften miteinander rumhängen, über das Leben reden, uns stützen, keinen Sex haben. Wir lernen auch: In Paarbeziehungen sind wir füreinander da, planen ein gemeinsames Leben, haben wohl Kinder und wohnen zusammen. Nun hat sich in den letzten Jahren einiges getan und das Bild wie Liebesbeziehungen und Familien aussehen sollten, hat sich zum Glück ein wenig aufgelockert und diversifiziert. Dennoch sind wir geprägt von der Differenzierung verschiedener Beziehungen, was dazu führt, dass wir -oft unbewusst und unbesprochen- bestimmte Erwartungen in bestimmte Beziehungen legen. Werden diese nicht erfüllt, sind wir enttäuscht, sauer, resigniert, trennen uns vielleicht. Manchmal haben wir vorher aber nie klar darüber gesprochen, ob diese Erwartungen eigentlich auch bei unserer Beziehungsperson resonieren. Bleiben wir bei Partnerschaften, da es sich hier ob der Nähe der Beziehung besonders gern verstrickt: Wir gehen sie immer wieder ein und besprechen meist nicht, was das jetzt eigentlich für uns heißt. Irgendwie setzen wir Dinge voraus, und manche funktionieren, manche aber nicht, weil wir ggf. unterschiedliche Bilder davon haben, was es heißt eine so nahe Beziehungen zu führen.
Alle 5 Grundbedürfnisse sind wichtig, und stets da. Sie können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein in ihrer Bedeutung und Erfüllung, je nach biografischen Erfahrunge Persölichkeit und Lebensphase. Bsp.: Im Januar 2018, welches Bedürfnis war wie wichtig?
Dieses Model bildet lediglich die emotionalen Grundbedürfnisse ab. Sie sind nicht hierarchisch angeordnet, sondern stehen gleichwertig nebeneinander.

Wie spüre ich meine

emotionalen

Grundbedürfnisse?

Im Gegensatz zu physiologischen Bedürfnissen, sind emotionale Bedürfnisse selbst nicht spürbar. Nur über unsere Gefühle und unsere Körperreaktionen können wir wahrnehmen lernen, ob unsere emotionalen Grundbedürfnisse erfüllt sind oder nicht. Ist unser Bedürfnis nach Bindung und Beziehung bspw. gerade erfüllt, können wir uns wohlig, zufrieden, zuversichtlich oder selbstsicher fühlen, was sich körperlich in einem Empfinden von Ruhe und Entspannung mit tiefer Atmung und ruhigem Herzschlag zeigen kann. Ist dieses Bedürfnis nicht erfüllt, so könen wir uns bspw. einsam, ängstlich, bedrückt oder ernüchtert fühlen. Auf körperlicher Ebene können wir ggf. verstärkten Puls, verflachten Atem, muskuläre Anspannung oder körperliche Schwere und ein geringeres Energielevel wahrnehmen. Das kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, und ist auch abhägig von den biografischen Erfahrungen und erlernten Bewätigungsstrategien für den Umgang mit nicht erfülten Bedürfnissen.
Feburar 2022: Die Wichtigkeit aller Bedürfnisse hat sich verändert.
Übungsblatt für Sie zum Download: Was bedeutet mein Bindungsbedrüfnis für mich? Wie nehme ich es wahr?